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Salzburg, 06.12.2011
Marina San Giorgio die Nogaro, Italien Resümee der Weltumseglung 2009 bis 2011
Die Lizza Forte liegt mittlerweile in San Giorgio an Land und wird bald in die Winterruhe gehen. Im November wurde sie gekrant, abgewaschen und halbwegs abgedeckt. Alle Segel sind abgenommen und zur Kontrolle bei Raudaschl in St. Wolfgang.
Das Schiff ist damit noch nicht ganz winterfest, da es mir nicht gelungen ist, in San Giorgio Frostschutzmittel für den zweiten Kühlkreis aufzutreiben. Stattdessen konnte ich meine Tochter und Enkel Luis vom Flughafen in Venedig abholen, also hat alles auch seine positiven Seiten. Dieses Jahr ist also noch ein Besuch am Schiff fällig um die Arbeit der Winterlagerung abzuschließen. Nebenbei wird die Solaranlage kontrolliert, ob sie gut arbeitet und die Batterien immer voll hält.
Mittlerweile habe ich alle Daten und Fakten der Weltumseglung in eine Excel-Datei übertragen: 1. Reiseroute: • Start am 03.08.2008 in San Giorgio di Nogaro, Italien • Aufgelaufen und damit fast Totalschaden am 27.08.2008 am Stromboli (Ende der Weltumseglung?) • Reparatur bis Ende Juni 2009 in Portorosa Sizilien • Überstellung der Lizza Forte nach Cala d Ór in Mallorca im Juli 2009 • Zwei Monate Landliegeplatz in Cala d Or, Mallorca • Neustart der Weltumseglung am 09.10.2009 Richtung Gibraltar. Bruder Hubert ist mit dabei. • 17.11.2009 Gran Canaria (besuch von meinen Kindern und Enkel Luis) • 06.12.2001 Ankunft nach der Atlantiküberquerung in Barbados/Karibik. Besuch von Martin und Christa. • Ende Februar 2010 Besuch der Schulzes und anschließend Durchquerung des Panamakanales • Ende März 2010 Galapagos (Bruch der Mittelwanten) • Ende April 2010 Marquesas • bis Ende Mai über die Tuamotus nach Tahiti - Wantenreparatur • bis Mitte Juni 2010 über Bora Bora und das Suwarrow-Atoll nach Samoa • Ende Juni 2010, der Blitz zerstört in Wallis unsere gesamte Navigation • bis Mitte Juli über Fidschi nach Vanuatu, mit defekter Navigation durch das Korallenmeer! • Juli bis Anfang September 2010 erhalten wir zwei Besuche aus Salzburg und segeln mit ihnen rund um Efate, Port Vila in Vanuatu. Die Navigation haben wir vorher wieder instandgesetzt. • Mitte September 2010 Papua Neuguinea • Ende September 2010 über die Torres-Strasse und Thursday Island nach Australien • Mitte Oktober 2010 von Darwin Australien nach Timor /Indonesien • Bis Ende November über die indonesischen Inseln Rinca, Bali und Borneo nach Batam und danach nach Singapur –Segelreparatur • Über die Malakkastrasse nach Lankawi/Malaysien – dort Erneuerung des Antifoulings und der Stopfbuchse • Von Ende Dezember bis Mitte Jänner 2011 Phuket / Thailand. Dort Anschluss an Convoy TTT, weil wegen der Piratengefahr ein Alleingang nicht ratsam war • Anfang bis Mitte Februar 2011, Sri Lanka und die Malediven • Von Mitte Februar bis Mitte März – schleppen die Alondra nach Chochin Indien und segeln wegen der Piratengefahr einen Umweg der uns fast nach fast nach Pakistan führt, um Salalah im Oman zu erreichen • Ende März bis Mitte April segeln wir durch die Piraten-Kernzone, Einfahrt in das Rote Meer und nach Eritrea (ab Eritrea ist die Piratengefahr vorbei) • Bis Ende April 2011 über Sudan, immer gegen den Wind, nach Hurghada / El Gouna/Ägypten • Bis Ende Mai 2011 über El Tur/Sinai zum Suezkanal • Zum Monatswechsel auf Juni 2011 durchqueren wir den Suezkanal und segeln nach Cypern. Wir sind wieder zurück im Mittelmeer • Von Cypern geht es nach Kas / Türkei wo mein „neuer“ Volvo-Motor generalüberholt werden muss. 5 Wochen ungeplanter Aufenthalt in Kas. Hubert fliegt nach Hause, mein Sohn Roland kommt auf die Lizza Forte • Mitte Juli 2011 starten wir erneut nach Göcek um uns dort von unseren Convoy-Seglern zu verabschieden • Ende Juli 2011 haben wir die Ägäis überquert und warten in Athen auf einen neuen Motor, da der soeben reparierte einen Totalschaden hat. • Anfang August 2008 geht es über Corfu, Mlet, Zadar in heimatliche Regionen. Wir werden stationsweise von unseren Freunden Heinz Claus und Wolfgang Matschl begrüsst • Am 24.08.2011 erwarten uns Hermann und Elisabeth Steiner im Stadthafen von Grado. • Am 25.08.2011 trötet Enkel Luis seinen Grossvater in die Marina San Giorgio, Robert Hilscher besucht uns
Zusammenfassung:
Zurückgelegte Meilen: 28313 (52435 Kilometer) Notwendige Gesamtzeit: 728 Tage oder 2 Jahre Notwendige Reise/Segelzeit: 326 Tage Liegetage in Häfen: 402 Tage Besuchte Kontinente: 5 Besuchte Länder: 48 Durchfahrene Meere: 5 Durchsegelte Nächte: 190 Längste Überfahrt ohne Landsicht: 21,5 Tage Grösste Strecke ohne Landsicht: 3000 Meilen Segelmeilen zu Motormeilen: 1,6 : 1 Verbrauchter Diesel: 7714 Liter Unterschiedliche Geldsorten: 42 Verschiedene getestete Biersorten: 106 Dies sind die nüchternen Zahlen einer sehr außergewöhnlichen Reise. Technik: Schiff: einfach das Beste, Gratulation an Bootsbau Steiner in Mattsee Takelung: zwei Wanten und eine Backstage gebrochen Motor: unser neuer Volvo-Motor war der Aufgabe nicht gewachsen und musste erneuert werden Navigation: Die Firma Ober mit den Raymarine-Produkten vertreibt Spitzenprodukte und leistete hervorragende Hilfestellung nach unserem Blitzschlag. Elektrische Ausrüstung: Firma Philippi vertreibt hervorragende Produkte und leistete ebenfalls herausragende Hilfestellung Besegelung: Unsere 12-jährigen Doyle-Raudaschl-Segel sind nach der Weltumseglung zwar genäht aber sonst unversehrt und weiteren Segelprojekten gewachsen Karten: Unsere elektronischen Karten von Navionics sind OK, unsere Papierkarten waren kopiert. Pilot-Charts sind unerlässlich Telefon: Sehr teure Verbindungen, aber manchmal unumgänglich KW-Funk: Nach Startschwierigkeiten, hervorragende Funktion, E-Mails auch am offenen Meer möglich Internetzugang: Nur in Häfen möglich – eine Verstärkerantenne machte die Arbeit vom Schiff aus möglich. Meist freie Netze findbar Was ist unerlässlich: Zwei unabhängig funktionierende Navigationssysteme, eines vom Stromkreis abkoppelbar Wassermacher: Hat gute Dienste geleistet Hat etwas nicht gepasst: Die Technik hat sehr gut funktioniert, ein Kleinigkeiten wurden während der Reise angepasst
Einige oft gestellte Fragen: Gab es viele Stürme: Dies ist objektiv nur schlecht zu beantworten, da dies meist sehr unterschiedlich gesehen wird Wart ihr zwischendurch zuhause? Wir waren zwei Jahre nicht zuhause Habt ihr viele Leute kennengelernt? Mittlerweile schreiben wir gleichgesinnten aus vielen Teilen der Erde Wie geht das mit dem Geld? Visa und Bankomatkarte funktionieren fast weltweit. War etwas anders die Vorstellung war: Es gab viel Neues und Unvorhersehbares – Vögel sind zB nicht nur in Landnähe, sie sind überall! Würdet Ihr es wiederholen Ja, wenn das Konto wieder voll ist
Erkenntnis: Wir leben in Österreich nicht nur im „gelobten Land“, wir leben im „Schlaraffenland“.
Ahoi von der Lizza Forte
Mathias
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