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Salzburg, 06.12.2010
Eingetragen am 13.12.2011 (110. Eintrag)


Marina San Giorgio die Nogaro, Italien
Resümee der Weltumseglung 2009 bis 2011

Die Lizza Forte liegt mittlerweile in San Giorgio an Land und wird bald in die Winterruhe gehen.
Im November wurde sie gekrant, abgewaschen und halbwegs abgedeckt.
Alle Segel sind abgenommen und zur Kontrolle bei Raudaschl in St. Wolfgang.

Das Schiff ist damit noch nicht ganz winterfest, da es mir nicht gelungen ist, in San Giorgio Frostschutzmittel für den zweiten Kühlkreis aufzutreiben. Stattdessen konnte ich meine Tochter und Enkel Luis vom Flughafen in Venedig abholen, also hat alles auch seine positiven Seiten.
Dieses Jahr ist also noch ein Besuch am Schiff fällig um die Arbeit der Winterlagerung abzuschließen. Nebenbei wird die Solaranlage kontrolliert, ob sie gut arbeitet und die Batterien immer voll hält.

Mittlerweile habe ich alle Daten und Fakten der Weltumseglung in eine Excel-Datei übertragen:
1. Reiseroute:
• Start am 03.08.2008 in San Giorgio di Nogaro, Italien
• Aufgelaufen und damit fast Totalschaden am 27.08.2008 am Stromboli (Ende der Weltumseglung?)
• Reparatur bis Ende Juni 2009 in Portorosa Sizilien
• Überstellung der Lizza Forte nach Cala d Ór in Mallorca im Juli 2009
• Zwei Monate Landliegeplatz in Cala d Or, Mallorca
• Neustart der Weltumseglung am 09.10.2009 Richtung Gibraltar. Bruder Hubert ist mit dabei.
• 17.11.2009 Gran Canaria (besuch von meinen Kindern und Enkel Luis)
• 06.12.2001 Ankunft nach der Atlantiküberquerung in Barbados/Karibik. Besuch von Martin und Christa.
• Ende Februar 2010 Besuch der Schulzes und anschließend Durchquerung des Panamakanales
• Ende März 2010 Galapagos (Bruch der Mittelwanten)
• Ende April 2010 Marquesas
• bis Ende Mai über die Tuamotus nach Tahiti - Wantenreparatur
• bis Mitte Juni 2010 über Bora Bora und das Suwarrow-Atoll nach Samoa
• Ende Juni 2010, der Blitz zerstört in Wallis unsere gesamte Navigation
• bis Mitte Juli über Fidschi nach Vanuatu, mit defekter Navigation durch das Korallenmeer!
• Juli bis Anfang September 2010 erhalten wir zwei Besuche aus Salzburg und segeln mit ihnen rund um Efate, Port Vila in Vanuatu. Die Navigation haben wir vorher wieder instandgesetzt.
• Mitte September 2010 Papua Neuguinea
• Ende September 2010 über die Torres-Strasse und Thursday Island nach Australien
• Mitte Oktober 2010 von Darwin Australien nach Timor /Indonesien
• Bis Ende November über die indonesischen Inseln Rinca, Bali und Borneo nach Batam und danach nach Singapur –Segelreparatur
• Über die Malakkastrasse nach Lankawi/Malaysien – dort Erneuerung des Antifoulings und der Stopfbuchse
• Von Ende Dezember bis Mitte Jänner 2011 Phuket / Thailand. Dort Anschluss an Convoy TTT, weil wegen der Piratengefahr ein Alleingang nicht ratsam war
• Anfang bis Mitte Februar 2011, Sri Lanka und die Malediven
• Von Mitte Februar bis Mitte März – schleppen die Alondra nach Chochin Indien und segeln wegen der Piratengefahr einen Umweg der uns fast nach fast nach Pakistan führt, um Salalah im Oman zu erreichen
• Ende März bis Mitte April segeln wir durch die Piraten-Kernzone, Einfahrt in das Rote Meer und nach Eritrea (ab Eritrea ist die Piratengefahr vorbei)
• Bis Ende April 2011 über Sudan, immer gegen den Wind, nach Hurghada / El Gouna/Ägypten
• Bis Ende Mai 2011 über El Tur/Sinai zum Suezkanal
• Zum Monatswechsel auf Juni 2011 durchqueren wir den Suezkanal und segeln nach Cypern. Wir sind wieder zurück im Mittelmeer
• Von Cypern geht es nach Kas / Türkei wo mein „neuer“ Volvo-Motor generalüberholt werden muss. 5 Wochen ungeplanter Aufenthalt in Kas. Hubert fliegt nach Hause, mein Sohn Roland kommt auf die Lizza Forte
• Mitte Juli 2011 starten wir erneut nach Göcek um uns dort von unseren Convoy-Seglern zu verabschieden
• Ende Juli 2011 haben wir die Ägäis überquert und warten in Athen auf einen neuen Motor, da der soeben reparierte einen Totalschaden hat.
• Anfang August 2008 geht es über Corfu, Mlet, Zadar in heimatliche Regionen. Wir werden stationsweise von unseren Freunden Heinz Claus und Wolfgang Matschl begrüsst
• Am 24.08.2011 erwarten uns Hermann und Elisabeth Steiner im Stadthafen von Grado.
• Am 25.08.2011 trötet Enkel Luis seinen Grossvater in die Marina San Giorgio, Robert Hilscher besucht uns

Zusammenfassung:

Zurückgelegte Meilen: 28313 (52435 Kilometer)
Notwendige Gesamtzeit: 728 Tage oder 2 Jahre
Notwendige Reise/Segelzeit: 326 Tage
Liegetage in Häfen: 402 Tage
Besuchte Kontinente: 5
Besuchte Länder: 48
Durchfahrene Meere: 5
Durchsegelte Nächte: 190
Längste Überfahrt ohne Landsicht: 21,5 Tage
Grösste Strecke ohne Landsicht: 3000 Meilen
Segelmeilen zu Motormeilen: 1,6 : 1
Verbrauchter Diesel: 7714 Liter
Unterschiedliche Geldsorten: 42
Verschiedene getestete Biersorten: 106
Dies sind die nüchternen Zahlen einer sehr außergewöhnlichen Reise.
Technik:
Schiff: einfach das Beste, Gratulation an Bootsbau Steiner in Mattsee
Takelung: zwei Wanten und eine Backstage gebrochen
Motor: unser neuer Volvo-Motor war der Aufgabe nicht gewachsen und musste erneuert werden
Navigation: Die Firma Ober mit den Raymarine-Produkten vertreibt Spitzenprodukte und leistete hervorragende Hilfestellung nach unserem Blitzschlag.
Elektrische Ausrüstung: Firma Philippi vertreibt hervorragende Produkte und leistete ebenfalls herausragende Hilfestellung
Besegelung: Unsere 12-jährigen Doyle-Raudaschl-Segel sind nach der Weltumseglung zwar genäht aber sonst unversehrt und weiteren Segelprojekten gewachsen
Karten: Unsere elektronischen Karten von Navionics sind OK, unsere Papierkarten waren kopiert. Pilot-Charts sind unerlässlich
Telefon: Sehr teure Verbindungen, aber manchmal unumgänglich
KW-Funk: Nach Startschwierigkeiten, hervorragende Funktion, E-Mails auch am offenen Meer möglich
Internetzugang: Nur in Häfen möglich – eine Verstärkerantenne machte die Arbeit vom Schiff aus möglich. Meist freie Netze findbar
Was ist unerlässlich: Zwei unabhängig funktionierende Navigationssysteme, eines vom Stromkreis abkoppelbar
Wassermacher: Hat gute Dienste geleistet
Hat etwas nicht gepasst: Die Technik hat sehr gut funktioniert, ein Kleinigkeiten wurden während der Reise angepasst


Einige oft gestellte Fragen:
Gab es viele Stürme: Dies ist objektiv nur schlecht zu beantworten, da dies meist sehr unterschiedlich gesehen wird
Wart ihr zwischendurch zuhause? Wir waren zwei Jahre nicht zuhause
Habt ihr viele Leute kennengelernt? Mittlerweile schreiben wir gleichgesinnten aus vielen Teilen der Erde
Wie geht das mit dem Geld? Visa und Bankomatkarte funktionieren fast weltweit.
War etwas anders die Vorstellung war: Es gab viel Neues und Unvorhersehbares – Vögel sind zB nicht nur in Landnähe, sie sind überall!
Würdet Ihr es wiederholen Ja, wenn das Konto wieder voll ist

Erkenntnis:
Wir leben in Österreich nicht nur im „gelobten Land“, wir leben im „Schlaraffenland“.


Ahoi von der Lizza Forte

Mathias


 

San Giorgio di Nogaro, Italien
Eingetragen am 27.08.2011 (109. Eintrag)


Marina San Giorgio die Nogaro, Italien

Die Lizza Forte über die Toppen beflaggt sorgte im Stadthafen von Grado für duetliches Interesse. Viele kamen an das Schiff um zu fragen, was wir eigentlich feiern.

Wolfgang Matschl mit seiner Miramar ist dann am 26.08.2011 nochmal im Stadthafen von Grado aufgetaucht. Die zwei „Steiner Nautic-Schiffe“ sind dann, wieder einmal seit langer Zeit, traut nebeneinander im Hafen gestanden.

Nachdem mein Enkel Luis zuhause einen Tag lang Fieber hatte und daher die Fahrt mit Christa nicht nach Grado ausfallen musste, habe ich mit Vera vereinbart, dass sie direkt nach San Giorgio kommen soll. Wir warten solange in Grado, bis sie sicher dort angekommen sind.

Es war dann äußerst rührend, als sie dann in der Marina-Einfahrt gestanden sind und Luis mit aller Kraft in eine Tröte geblasen hat, um seinen Großvater willkommen zu heißen.
Auf der Stelle hat er mir dann das Versprechen abgerungen, nie mehr für solange Zeit fortzufahren.
Er ist auch dann den restlichen Tag nicht mehr von meiner Seite gewichen.

Auch unser Bekannten aus der Marina sind nach und nach aufgetaucht, um zu gratulieren.

Am Abend ist noch Robert Hilscher aus Wien angereist.
Robert ist für mich einfach der „Segler“ schlechthin. Chirurg, 4 Schiffe gebaut, tausende Seemeilen hinter sich, oft alleine unterwegs, 2008 ist er in einem Stück, ohne stehenzubleiben, von der Karibik nach San Giorgio die Nogaro, durchgefahren.

Ein Fazit zu unserer Weltumseglung wird als letzter Bericht in Kürze folgen

Ahoi von der Lizza Forte

Roland, Andrea, Vera, Luis und Mathias


 

Grado, Stadthafen, Italien
Eingetragen am 26.08.2011 (108. Eintrag)


Grado Stadthafen, Italien

24. 08. Bis 25.08.2011

Von Zadar aus wollten wir uns mit Wolfgang Matschl in der Marina Pomer, nahe Medulin treffen.

Dadurch, dass einem hier den ganzen Tag die Sonne auf den Kopf scheint, hatte ich leider die benötigte Zeit falsch berechnet, sodass wir in Sveti Petar einen Zwischenstopp über die Nacht einlegen mussten.
Es war trotzdem sehr gemütlich statt durch die Nacht zu segeln, schlafen zu können.

Wolfgang Matschl konnte dann doch nicht nach Pomer kommen und wir haben den Treffpunkt nach Novigrad verlegt.

In der Marina Pomer haben wir dann niederösterreiche Motorbootfahrer kennengelernt, mit dem Effekt, dass „Motorbootfahrer und Segler“ einen netten gemeinsamen Abend verbracht haben. So eine Situation kommt nicht oft vor!

In Novigrad haben wir dann auf Wolfgang und seine Crew gewartet. Wolfgang konnte gerade noch den allerallerletzten Platz an der Stadtpier ergattern.
Wir haben einen lustigen gemeinsamen Abend verbracht und dankenswerterweise hat Wolfgang die ganze Zeche übernommen.

Wolfgang Matschl und ich sind wahrscheinlich eine der wenigen, die eine Eignergemeinschaft über etliche Jahre ohne Streit überstanden haben und nach wie vor Freunde sind.

Wir starten hier immer schon um 6:00 frueh um schon gegen Mittag in den Häfen zu sein. Zur Mittagszeit braucht man sich nicht um einen Platz herumstreiten.

In Grado wurden wir von Hermann und Elisabeth Steiner mit einem Geschenkkorb willkommen geheißen. Für den Erbauer der Lizza Forte war sehr überraschend, dass die Lizza Forte nach der Weltumseglung keine Schäden aufweist. Nur der UV-Schutzlack blättert seit einigen Monaten teilweise ab. Dieser Lack hat immerhin 6 Jahre gut überstanden. Nächstes Jahr wird das Schiff neu gestrichen, dann wird es wieder glänzen wie eine Perle.

Dieser nette Abend mit den Steiners und die uns wohlbekannte gute Gastronomie werden lange in Erinnerung bleiben.

Heute können wir nicht vor 14:00 Uhr aus Grado auslaufen und uns in unsere Heim-Marina San Giorgio die Nogaro verlegen.

Mein Enkel Luis, der heute mit meiner Tochter Vera nach San Giorgio kommen wird, muss unbedingt mit einer Tröte seinen Großvater willkommen heißen.
Da hat man trotz aller Ungeduld, einfach zu warten!

Nur mehr 10 Meilen liegen vor uns!!!

Ahoi von der Lizza Forte

Roland und Mathias


 

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